Manchmal muss es etwas mehr sein: mehr an Natur, mehr an sportlicher Herausforderung. Beides trifft auf den Rennsteig-Radwanderweg zu. Er verläuft auf einem imposanten Höhenkamm, bietet prächtige Einblicke in den Thüringer Wald und führt über kurze Abstecher zu Stätten alter Kultur.
Dieses Mittelgebirge ist nicht nur ziemlich mittig in Deutschland platziert und damit gut erreichbar, der Thüringer Wald ist auch das größte zusammenhängende Waldgebiet der Republik. Und es gibt wohl kaum einen hiesigen Höhenzug, der solch einen Höhenkamm vorzuweisen hat. Dort oben, zwischen Eisenach-Hörschel an der Werra und Blankenstein an der Saale, existiert seit jeher ein Kammpfad, früher für Jäger und Kuriere, dann für die Wandersleute.
Der Rennsteig-Radwanderweg ist im Weichbild des historischen Kammpfades angelegt. Und das heißt: Er ist keiner für die bequeme Tour, sondern einer mit Offroad-Charakter. 113 Kilometer ziehen sich auf nicht-öffentlichen Waldwegen oder Straßen dahin, Sand, Schotter und Waldboden erfordern die breite, solide Bereifung und ein gewisses Fahrgefühl. Und sicherlich sollte man auch konditionell nicht völlig unbedarft daherkommen. Aber genau das ist es ja, was sportlich ambitionierte Biker an diesem Trail so schätzen: Er ermöglicht das etwas andere Radfahren, er verlangt etwas ab. Aber ergibt auch viel.
Gesunde Luft in waldreicher Gegend, die sich mal dunkel-romantisch, dann wieder heiter und sonnig zeigt. Knorrige Buchen und sturmgeduckte Föhren, stimulierende Blicke in die Ferne oder auf die grünen Erhebungen des Waldes, wie zum Beispiel auf den Großen Inselsberg (916 Meter) oder die Kahle Koppe (690 Meter). Aus diesem Holz ist der Rennsteig geschnitzt. Und wer ihn mal auf einen Abstecher verlässt, wird es ebenfalls nicht bereuen. Etliche Städte beschenken mit reicher Architektur und geben Einblicke in große Geschichte.
